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CL: Borussia Dortmund und Bayern München müssen im Rückspiel Fehler ausmerzen, um den Aufstieg ins Halbfinale zu schaffen

April 12, 2021

Beide deutschen Mannschaften haben ihre Hinspiele im Viertelfinale der Champions League verloren. Doch sowohl für Borussia Dortmund als auch Bayern München besteht Hoffnung auf ein Weiterkommen – wenn sie die Fehler aus den Hinspielen nicht wieder begehen.

Manchmal verursacht eine Niederlage ein Wechselbad der Gefühle. So erging es den Spielern des BVB am vergangenen Dienstag, als der strauchelnde Bundesligist gegen das hochfavorisierte Manchester City „nur“ mit 1:2 verlor. Hoffnung machte vor allem der Spielverlauf, denn Dortmund ließ sich vom englischen Tabellenführer nicht an die Wand spielen, sondern sorgte selbst für Offensivgefahr und hatte kurzzeitig sogar ein Unentschieden vor Augen. Die geringe Anzahl an defensiven Fehlern, die sich der BVB über 90 Minuten gegen ein solches internationales Top-Team leistete, war bemerkenswert und an sich so untypisch für die Mannschaft in dieser Spielzeit. In der Bundesliga fabriziert Dortmund in der Rückwärtsbewegung meist viele Schnitzer.

Gegen City waren es allenfalls drei oder vier. Allerdings führten diese dazu, dass der BVB mit einer Niederlage im Gepäck nach Hause reiste. Viel muss Cheftrainer Edin Terzić für das Rückspiel nicht verändern. Einzig Dortmunds Anfälligkeit gegen Citys Pressing sollte dem 38-Jährigen zu denken geben. Seine Taktik im Hinspiel war klar: Sein Team sollte bei eigenem Ballbesitz so schnell wie möglich nach vorn spielen. Deshalb bewegte sich Jude Bellingham umgehend nach vorn und fungierte als zweite Spitze. Das Problem dabei war, dass damit gerade Emre Can und Mats Hummels, den beiden zentralen Akteure im Spielaufbau, eine Anspielstation entzogen wurde. Can und Hummels gerieten gegen das aggressive Pressing unter Druck – und Can beging einen kostspieligen Abspielfehler vorm 0:1. Das darf sich am Mittwochabend nicht wiederholen. Dann hat der BVB sogar eine Chance auf die Sensation.

Bayern fehlt Kälte im Abschluss und Druck gegen Mbappé

Für Bayern München war die Ausgangslage vorm ersten Aufeinandertreffen mit Paris Saint-Germain eine gänzlich andere. Trotz des Ausfalls von Robert Lewandowski ging der deutsche Rekordmeister als Favorit in die Begegnung. Man hatte PSG im Finale der vergangenen Saison geschlagen und die Franzosen machten zuletzt nicht den Eindruck, dass sie sich seit diesem Finale – oder seit der Entlassung von Thomas Tuchel im Dezember – signifikant verbessert hätten. Allerdings eines kann das Starensemble von PSG in jedem Fall: Kontern. Genau das bekam Bayern mehrmals zu spüren. Das Gegenpressing der Münchener griff nicht in jeder Situation, weshalb gerade Kylian Mbappé – unterstützt von Neymar und einem gut aufgelegten Julian Draxler – mehrfach in Umschaltsituationen kam, in denen der Angreifer im offenen Feld sein Tempo und seinen Zug zum Tor unter Beweis stellen konnte. Die Bayern ließen auf der Gegenseite Chance um Chance liegen. Der Ausfall von Lewandowski machte sich doch deutlich bemerkbar.

Das Rückspiel in Paris wird zur Mammutaufgabe, weil Bayern nach der 2:3-Niederlage schon mit 2:0 oder 3:1 gewinnen müsste. Dass Mbappé wieder wenigstens einmal zuschlägt, scheint wahrscheinlich. Lewandowski wird weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Und nun gesellt sich ausgerechnet Leon Goretzka zur Liste der Verletzten hinzu. Der 26-Jährige ist ein wichtiges Puzzleteil im Gegenpressing der Münchener. Ohne ihn muss sich Hansi Flick eine neue taktische Variante überlegen, damit er die Mittelfelddominanz seiner Mannschaft gewährleisten kann. Denn: Bayern wird nur mit frühen Ballrückeroberungen in der Lage sein, den Gegner in Schach zu halten und die Konterangriffe von Mbappé und Co. zu unterbinden. Wird den Pariser Stars Raum gelassen, sind die Chancen aufs Weiterkommen nur noch marginal.